Fehler machen klug

  • Hallo, verehrter Erich und liebe Guppyfreunde! - Ich koennte mir in die Finger beissen - ich muss nochmal auf Gollmers Guppy-Buechse (Abbildung von Fred Poeser, DATZ 12/2013) zurueckkommen. Ich habe "Caraccas" ohne Gaensefuesschen geschrieben, weil es so auf Gollmers Buechse stand - im Poeser-Text wird Caracas natuerlich orthographisch richtig geschrieben. Es geht eventuell um "Authentizitaet" - weil's falsch auf der Buechse geschrieben wurde - von einem Museumsdiener - wohl nicht von Herrn Gollmer selbst. Aber sicher ist sicher, dachte ich - ich gucke nach bei Alexander von Humboldt (Suedamerikanische Reise). Da ist Caracas auch, wie bei uns Heutigen, dudenrichtig geschrieben. Aber interessant, Humboldt berichtet vom verheerenden Erdbeben am 26. Maerz des Jahres 1812 mit ueber 12.000 Toten und von ozeanischen Flutwellen und Wellenbergen, die eine Hoehe von bis zu 56 Metern erreichen koennen, ausgeloest von Erdbeben. Allerdings, das Wort "Tsunami" ist ihm nicht gelaeufig - ja, im Duden von 1991 ist's auch nicht zu finden ... aber bei Google ist's seit 2004 bekannt. Aber Tsunamis gab's schon vor dieser Wortschoepfung - siehe Alexander von Humboldt - und auch das: Trotz intensiver Naturbeobachtung und -beschreibung wurde von Humboldt nicht auf den Guppy aufmerksam - das haette dann der Endler-Guppy sein muessen. Haette er ihn gefunden, dann haette von Humboldt garantiert ein huebsches Bild vom Guppy aus Caracas hinterlassen, denn zeichnen konnte er. Und wir heutigen Guppyfreunde wuessten mehr. Gruss C4

  • Hallo Zephyr,


    So ganz habe ich Deine Intention nicht verstanden…


    Aber Humboldt war auch ein Schelm; beschreibt offensichtlich - ich kenne das Original nicht - ein Erdbeben, das ca. 13 Jahre nach seinem Besuch Caracas heimgesucht hat. Woher hat er die Höhe von 56 m für die Wellen, klingt sehr exakt, wie nachgemessen, nennt er eine Quelle/Beleg?


    … bei “…bold”, fällt mir dann Ulf Merbold ein, ein deutscher Astronaut (der erste aus der damaligen BRD?), als er gelandet war, gab es ein Radiointerview mit ihm.


    Der Reporter fragte, was dieser Flug eigentlich gebracht hätte. Merbold erzählte euphorisch von Experimenten und Erkenntnissen und verstieg sich zuletzt in die Bemerkung, “die Physik-Bücher müssten nun umgeschrieben werden”. Nach dem Ende des Interviews stellte der Reporter fest: “Wie sagt man so schön: Saufbold, Witzbold, Merbold”.


    … zurück zum geschätzten Humboldt. Wir wissen gar nicht, ob er vielleicht doch Guppys gefunden hat. Er ist der große “Unvollendete”, hat soviel gemacht und darüber soviel geschrieben, dass er fast nichts beenden konnte. Wer weiß, was noch in seinem Nachlass schlummert?


    Du als Franzose kannst ja sein entsprechendes Werk nach dem Guppy durchforsten:


    “Recherches sur Les Poissons Fluviatiles De L`Amérique Èquinoxiale” (ich hoffe, dass mein Französisch soweit reicht, dass ich hier tatsächlich den passenden Band gefunden habe…)


    Ist übrigens diesmal ein Scan von “meiner” alten Uni…


    http://dfg-viewer.de/v2/?set[mets]=http%3A%2F%2Fapi.deutsche-digitale-bibliothek.de%2Fitems%2FH6SVAVZNWLHUXKHLALARE4M3VLGQZ7EI%2Fsource


    ... x-ter Nachtrag: Der direkte Link funktioniert nicht, bin zu blöd dazu!


    Vielleicht geht der Link zum gesamten Band, dann bitte rechts das o.g. Kapitel anklicken...


    http://dfg-viewer.de/v2/?set[image]=1&set[zoom]=default&set[debug]=0&set[double]=0&set[mets]=http%3A%2F%2Fapi.deutsche-digitale-bibliothek.de%2Fitems%2FH6SVAVZNWLHUXKHLALARE4M3VLGQZ7EI%2Fsource


    ... geht offenbar auch nicht... vielleicht kopieren und im Browser (oder so) einsetzen?


    … und verrate uns das Ergebnis Deiner Prüfung!


    Gruß


    Erich (C3)

  • Hallo Erich! Ich bin erstaunt! Du, der "alte Zeiten" mit "W", der Wochenschrift, wieder aufbluehen laesst, bekritelst den hehren von Humboldt? Aber, es ging mir ja um ganz Banales: Ich hatte "Caraccas" von Gollmers Guppybuechse einfach uebernommen und haette doch sicher Gaesefuesschen machen muessen, weil's ein fehlerhaftes Zitat war. Nun hatte ich gehofft, der alte und ehrenwerte Alexander von Humboldt haette evtl. einst gleichfalls Caracas, wie auf der Buechse mit den 61 konservierten Guppys drin, mit dem Doppel-C geschrieben. Dem war aber nicht so - scheinbar, denn "mein Humboldt" ist natuerlich, wie mein Reimarus, ein schnoeder, komprimierter Nachdruck (HrsG. Kurt Walter-Schomburg, Safari Vlg. Berlin, 1967). Logo! - Und seinen ausfuehrlichen Reisebericht (23 Baende ??? - erschienen in dt. Sprache von 1815 - 1832) hat er im Rueckblick abgefasst - da gab's dann eben 1812 das Erdbeben in Caracas und dem Umland - Caracas war seinerzeit, nach Humboldt, eine Stadt von ca. 40.000 Einwohnern, "mit ca. 12.000 Weissen und etwa 27.000 freien Farbigen" - ist doch interessant zu wissen, im Vergleich zu heute ... Bei der Hoehe der "Wellenberge", heute "Tsunami" genannt, stuetzt er sich auf anderweitige "glaubwuerdige" Berichte. Immerhin hat sich von Humboldt recht umfangreich mit Vulkanismus beschaeftigt (viele selbstgefertige Zeichnungen der suedamerikanischen Vulkane, die er zum Teil sogar bestiegen hat!), dann aber auch eine Abbildung von drei indianischen Steuersuendern, an Balken gefesselt und an den Pranger gestellt - diese Abbildung koennte man evtl. jetzt den deutschen Finanzbehoerden zukommen lassen .... evtL gibt's Bedarf fuer "neue Ideen" im Zusammenhang mit verborgenen, nun aufgedeckten schweizer Bankkonten! - Nur, leider, den Guppy von Venezuela hat von Humboldt offensichtlich nicht entdeckt und nicht abgezeichnet! Trotzdem, die fehlerhafte Aufschrift auf der Berliner Guppy-Buechse fuehrte zu weitreichenden Einsichten! Und alles, dank Poesers Artikel in DATZ 12/2013 - sowas kann man doch nicht "ignorieren"! Ist meine Meinung als Guppy-Amateur! - Es gruesst aus dem bitterkalten Frankreich (- 2 Grad Celsius)! Zephyr - Nachtrag: Klicke Deinen "Humbold-Link" an - da wird englisch geantwortet:"Page 404 not found! .... is not accessible." Aber, siehe siehe oben Walter-Schomburg, 1967 - es gibt angeblich eine deutschsprachige Humboldt-Ausgabe in 23 Baenden - wieso sich in Franzoesisch abrackern? Nur finden muesste mans - da waere ja wieder die Bayerische Staatsbiblothek die Rettung! Aber ich und mein Computer schaffen das nicht! :( Aber immer der bloede Computer? "Man" koennte auch "leibhaftig" in die Unibibliothek gehen - jetzt fuer mich, Besançon oder Dijon - liegt gleich um die Ecke - 20 Minuten! Aber fuer den Guppy so viel Aufwand? :? Natuerlich war ich schon mal da, fuer Jean Antoine Nollet, 1743, "Sur l'Ouie des poissons et sur la transmission des sons dans l'eau", hab's als Kopie bekommen - kostenlos! Super oder? War aber nicht wegen Guppys - denn die sind stumm und wackeln nur mit dem Schwanz. :lol:

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