Poecilia kempkesi

  • Wenn man keinerlei Ahnung hat, so wie offensichtlich du, Horst, dann sollte man besser schweigen. Jede weitere beleidigende Äußerung von dir mir oder anderen gegenüber wird zu einer Verwarnung und/oder zum Ausschluss führen. Niemand muss sich hier von dir mit unqualifiziertem Dreck beschmeißen lassen, auch und besonders ich nicht.


    HH

  • Hallo zusammen,


    das Thema hat sich gestern ziemlich hochgeschaukelt und da ist sicher - natürlich auch bei mir (!) - manches sehr unglückliche Wort gefallen...


    ... so ist sicherlich auch meine Zustimmung zur allgemeinen Kritik an "Viviparous" und "DGLZ-Rundschau" viel zu pauschal!


    Dennoch denke ich, dass hier Niemand "niedergemacht" wird! Die Beschreibung von Poecilia kempkesi ist mehr als unglücklich, dass dürfte klar sein und dass darf dann auch deutlich kritisiert werden!


    In unserer Gesellschaft wird Niemand gezwungen "neue" Arten zu beschreiben.


    Gruß


    Erich

  • Hallo Fans! Als Amateur und simpler Aquarium-Fisch-Keeper lese ich endlich wieder mal eine "engagierte Diskussion" im DGLZ-Forum. Frage mich allerdings, wie hoch soll man die Latte haengen in einem Amateur-Club. Ist "unsere DGLZ", eine fuer mich erstaunliche Wortwendung von "unserem" Erich Pardalis, eventuell doch ein Sprachrohr von Professionels? Lese zwischen den Zeilen, "unser Erich" sei ein promovierter Biologe - somit ist's moeglich, dass er den "befangenen Profis" zuzurechnen ist. Ich bin der Meinung, Erstbeschreibungen passieren eben doch nicht einfach "aus Versehen". Allerdings, auch meine Meinung, Erstbeschreibungen sind nicht die bevorzugte Literatur der Amateure, das ist das "Brot von Profis" (inclusive eines "hajomaylandi"). Wieso "erhitzt" sich Erich im DGLZ-Publikum - das waere ein Thema im Kreise von Fach-Kollegen - doch die interessiert "Poecilia kempkesi" wahrscheinlich nicht! :lol: Es gruesst Zephyr

  • Hallo Allerseits,
    durch ein paar Recherchen von mir habe ich nun festgestellt das Dieser Artikel wirklich als Erstbeschreibung gemeint ist. Als solcher hat er natürlich erhebliche Mängel bzw. kann man solche geltend machen.
    Aber ob man sich da so aufregen muß glaube ich nicht.
    Denn erstens lassen die internationalen Richtlinien durchaus einige Spielräume zu. Und zweitens sind diese Mängel korrigierbar.
    Das es in der VIVIPAROS stand spricht auch Bände. Denn gerade die Unabhänigkeit des Redakteurs und seine Arbeitsweise haben dieses Heft zum besten Lebendgebärenden Magazin gemacht. Der Artikel von Poser war übrigens mit anderen Leuten durchaus abgesprochen. Also er ist nicht in naiver
    Weise abgedruckt worden.
    Egal wer jetzt etwas wo schreibt diese Beschreibung steht ersteinmal. Man kann dazu eine Meinung haben oder auch nicht.
    Der beste Weg für Zweifler wäre die Sache zu untersuchen und den Gegenbeweis anzutreten aber dazu muß es erstens auch reichen und es könnte neben einer Bestätigung auch eine fünfte Guppyart herauskommen...
    Viele Grüße Horst

  • Hallo Horst,


    "das (etwas) übrigens mit anderen Leuten durchaus abgesprochen" war, wie Du schreibst, ist schon etwas naiv und trägt nicht zur Qualifizierung der "Beschreibung" bei... kannte keiner dieser "Leute" die internationalen Anforderungen und die schwache Datengrundlage!?


    ... jede Straftat mit mehr als zwei Personen, darf ebenfalls als "durchaus abgesprochen" gelten... hat aber jetzt mit der "Beschreibung" und den Guppys absolut nichts zu tun!!!! Ist eben nur so ein unmöglicher Vergleich und nicht auf irgendwelche Personen gemünzt!!


    ... und mit welchen "Leuten" waren diese Dinge abgesprochen?


    Der von mir genauso geschätzte Redakteur der Zeitschrift und Herr Kempkes sind vielleicht die wirklichen Leidtragenden!?


    Gruß


    Erich

  • Hallo Erich,
    ich weiß wirklich nicht wie man sich darüber so aufregen kann.
    Die Leute vom Arbeitskreis sehen es wesentlich lockerer.
    Und diese Beschreibung steht nun einmal. Außerdem lassen die internationalen Anforderungen durchaus Spielräume zu.
    Es ist im Arbeitskreis halt nicht so wie woanders das alles an einem scheitert der immer alles wissen will.Und keinen neben sich duldet.
    Viele Grüße Horst

  • Lieber Horst,


    die Aufregung hat m.E. einen einfachen Grund - diese "Erstbeschreibung" wurde verfasst und veröffentlicht, obwohl viele relevante Fragen offen geblieben sind und zugleich Antworten gegeben wurden, die mit der Fragestellung nichts zu tun haben (Stichtworte Mimikry, Kulturfolger, Vergleich mit Nicht-Guppyarten... siehe die aktuelle RS). Und jetzt haben wir das Problem, dass es eine Beschreibung einer Art gibt, aber offensichtlich keine lebenden Tiere (sonst gäb's ja entsprechende Fotos und Belege) und damit keine Möglichkeit der Verifikation der Beschreibung.
    Und es kommt nochwas dazu: Die Kriterien einer Erstbeschreibung sind (weiter) aufgeweicht. D.h. es drohen weitere Erstbeschreibungen, die - übertrieben formuliert - dann lauten "unter 500 untersuchten Guppys habe ich einen gefunden der anders aussah und dessen Gonopodium anders geformt war, den habe ich dann tiefgefroren aus dem Urlaub mitgebracht und jetzt zu einer neuen Art erhoben - die Erstbeschreibung habe ich gestern getwittert". Ja, ich polemisiere!


    Ein viel grundsätzlicheres Problem (über diese eine Beschreibung hinaus) stellt sich aus meiner Sicht dadurch, dass Untersuchungsmethoden angewandt worden sind, die ich schon bei P. obscura hinterfragt habe - bei P. obscura wird ausdrücklich auf die mtDNA bzw. auf einzelne Sequenzen rekurriert, ohne dass m.W. deren Mutationsrate abschließend wissenschaftlich eindeutig geklärt ist. Und daran schließt sich eine weitere Bemerkung an: Mir scheint es angesagt zu sein, sehr schnell neue "Arten" zu beschreiben ohne hinreichende Abgrenzungen - Anne Magurran weist mit Recht darauf hin, dass natürlich konstant die Entstehung neuer Arten "in progress" ist - allein schon durch Separation und Anpassung - aber tendieren manche Wissenschaftler gegenwärtig nicht dazu, eher vorschnell und gestützt nur auf einige, teilw. phänotypisch gar nicht sichtbare, "Unterschiede", neue Arten zu beschreiben? Und wenn ja, warum?


    All dies zusammen sind doch gewichtige Argumente, dass sich nicht nur hier aufgeregt wird. Der AK mag sich darüber freuen, dass er mit der Veröffentlichung des Artikels in aller Munde ist, ob er sich damit einen Gefallen getan hat, lasse ich offen. Ich bin jedoch ganz deiner Meinung, dass es Bände spricht, dass der Text in der Viviparos - einer Vereinszeitschrift - veröffentlicht wurde und in keinem wissenschaftlichen Magazin, welches international für die Fachwissenschaft unschwer zugänglich ist. So kann man sich einer wissenschaftlichen Diskussion nämlich zumindest für eine gewisse Zeit entziehen und Fakten schaffen!

  • Hallo Heimo,
    was die Aufweichung von Kriterien einer Erstbeschreibung geht gebe ich Dir restlos recht. Ich habe dies auch dem Redakteur der Viviparos geschrieben.
    Ich würde das ganze auch völlig ignorieren wenn es nicht in der DGLZ und auch anderswo zur Kultur gehören würde über andere regelrecht herzufallen und genau so oberflächlich zu sein.
    Zum Beispiel ist es nur bei 2 Arten bewiesen das sie ihre Schwimmblase nicht an
    der Wasseroberfläche füllen es wurde aber auf alle Arten übertragen.
    Dies ist nur ein Beispiel das ich nenne.
    In der Rundschau wurden Artikel schon bis zur Unkenntlichkeit zusammengestrichen nur weil sie der bis dahin geltenden Meinung wiedersprechen.
    Dann steht es jedem frei sich mit einem Leserbrief oder auch so an die Viviparos zu wenden zu diesem Thema und dort ihre Ansicht über diese Beschreibung sachlich darzulegen.
    Falls Du schon einmal die Viviparos in der Hand hattest dann wird Dir auffallen wer da alles so schreibt und über welche Themen.
    Dann schau Dir die Rundschau an.........
    Und solange das so ist werde ich mich auch bei einem solch heiklen Thema
    nicht auf die Seite der ständig nur das schlechte Sehenden und der Kritiker
    schlagen.
    Wie gesagt, es steht jedem frei sich zu äußern aber dann bitte fairerweise da wo der Artikel erschienen ist.
    Viele Grüße Horst

  • Hallo zusammen,


    wenn es jetzt offenbar zu diesem Thema einen aktuellen Beitrag in der "RS" gibt, bitte ich darum diesen auch - wie bei "Viviparos" - allen zugänglich zu machen!


    ...obwohl ich mich vor wenigen Minuten beim Arbeitskreis der "Viviparos" und bei der DGLZ (hier wieder!) angemeldet habe... wenn Zephyr jetzt genauso "grau" ist wie ich, muss wenigstens ich wieder "grün" werden....


    Allen fröhliche Pfingsten!


    "Pfingsten sind die Geschenke am geringsten,
    während Geburtstag und Weihnachten
    stets mehr einbrachten!"


    (Bertold Brecht)


    in diesem Sinne


    Gruß


    Erich, der in dem Ort arbeiten darf, in dem B. Brecht seinen herrlichen Sommersitz hatte...

  • Hallo zusammen,


    inzwischen habe ich den Artikel aus der "RS" bekommen, sogar schon zweimal... auch hier noch einmal dafür einen herzlichen Dank!


    Ein ganz moderater Beitrag, wie ich finde, ich hätte gedacht, da würden noch mehr Punkte aufgeführt werden...


    @ Heimo, Danke für Deinen Beitrag, ich möchte allerdings anmerken, dass die Evolution einer Art erst dann beendet ist, wenn sie ausstirbt! Bis dahin sind also immer genetische (und damit auch morphologische) Veränderungen/Anpassungen möglich, alles nur eine Frage der Zeit...


    @ Zephyr, ich bin mehr ökologisch und evolutionsbiologisch tätig, uns interessieren die "Schnapsleichen-Beschreiber" und "Flossenstrahlen-Zähler" nicht wirklich, und wenn man kleine Tiere in noch kleinere Scheiben schneidet und mit verfeinerten Techniken untersucht, ist das zwar technischer Fortschritt, aber im Prinzip das gleiche künstliche - nicht evolutive - "Schubladenniveau"...
    ... "Biospezies" nicht "Morphospezies" ist angesagt, und im Freiland - ggfs. noch mit "Ökotypen" - ist eh alles anders... musste jetzt hier polemisieren, da ich weder "facebooke" noch "zwitschere"...


    Gruß


    Erich

  • Hallo Erich,
    also mit dem Artikel in der RS kann ich ja nun gar nichts anfangen!
    Wer die Beschreibung nicht kennt wohl noch weniger.
    Die Version im Internet soll nicht identisch sein mit der in der Viviparos.
    Dann wird wieder von einer verkürzten Version geschrieben.......
    Der seit Jahren unter Dauerbeschuss stehende M.Kemkes wird auf einmal bedauert, er hätte sowas nicht verdient.
    Um es kurz zu sagen, er tut sich selbst nicht leid. Ich habe mit ihm interresse halber mal telefoniert.
    Er sagte mir die Art P.kemkesi wäre im Eschmayer- Katalog aufgeführt und damit anerkannt?????
    Wie ich schon erwähnte: wenn jemand an dieser zugegebenermaßen grenzwertigen Beschreibung etwas aufstößt dann wäre es nur fair ein Schreiben an die Viviparos zu senden denn dort ist sie erschienen.
    Und was ich zu ignorieren habe und was nicht das schreibt mir auch keiner vor, sondern wird die weitere Entwicklung zeigen was da nun dran ist. Denn überprüft wird es werden.
    Es wäre außerdem schön wenn sich bei anderen Dingen genauso kritisch geäußert würde denn dann könnte die DGLZ vielleicht auch besser dastehen.
    Viele Grüße Horst

  • "Gruess Gott beisammen!" (= Ich bin ein Bayer!) - Ich freue mich, dass Erich wieder zu den gruenen Forumsteilnehmern gehoeren wird! Leider kenne ich nicht Brechts ehemaligen Sommersitz, von wo aus er seine Entscheidung getroffen hat, - eine Bildungsluecke? Dafuer kenne ich "Buffon intime", siehe "Voyage à Montbard" von Hérault de Séchelles und auch Georges Cuvier, dem man in Monbéliard (Mompelgard) ein Denkmal gesetzt hat. Frage mich nun, ob man auch in Kempten dem Ernst Mayr ein Denkmal errichten wird, denn mein persoenlicher Sommersitz liegt im Allgaeu, nahe Kempten. Allerdings zur Erstbeschreibung von P. kempkesi habe ich keinerlei Interesse - denn ich bin voll mit der F2-Aufzucht der Holbrook-Gambusen beschaeftigt. Immerhin gibt es zu diesem Fisch ja auch noch den Holbrook-Meteoriten aus dem Jahre 1912! Ob mit dem Niedergang des Meteoriten genetisches Material fuer Gambusia holbrooki aus dem Weltall mitgeliefert wurde??? Ich beobachte meine Holbrook-Jungfische daraufhin genau ... und ich werde nun doch meine Beobachtung in einem Text zusammenfassen. Zugegeben, es wird keine Erstbeschreibung sein, das nun nicht. Well und okay! Die einzige Erstbeschreibung, die ich gelesen habe, ist die zu Zoogoneticus tequila - und das ist ja nun keine so ganz spannende Lektuere. Immerhin gibt's als Zugabe zum Fisch den Tequila-Schnaps und den Tequila Mountain. Was waere als interessante Zugabe zu "kempkesi" zu Berichten? No schnaps, no mountain - oder doch? Froehliche Pfingsten allerseits! ;) Zephyr

  • Hallo Horst,


    ich habe die Gültigkeit der Beschreibung nie angezweifelt, allein "n. sp." hat gereicht, zumindest zur Gültigkeit!


    ... und genau diese Gültigkeit ist mein Problem! Es sind keine Fakten dargestellt, die jemals die einwandfreie Bestimmung von "Poecilia kempkesi" ermöglichen. Noch nicht einmal die Typen sind benannt, nur eine mehrere Fische - offenbar sogar unterschiedlicher Arten - umfassende Probe, die seit über 100 Jahren in einem Museum verstaubt...


    Meine Vermutungen zu diesem Vorgang habe ich dem - von mir sehr geschätzten - Redakteur sehrwohl bereits kurz mitgeteilt!


    Freundliche Grüße


    Erich

  • Hallo zusammen,


    wer Mitglied im VDA ist, hat heute die "vda-aktuell" 3/2013 erhalten.


    Auf Seite 28 ist eine "Würdigung" dieser Beschreibung enthalten...


    ... wer nicht im VDA ist, kann mir ja eine PN schicken...


    Gruß


    Erich

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