Paarungsverhalten "Kopfanstubsen"

  • Hi zusammen!


    Weil gerade ein anderer Thread Alfaro cultratus beredet, habe ich die Gelegenheit genommen im "Stallknecht" über diese Art nachzulesen:


    "Bemerkenswert ist das Paarungsverhalten, bei dem das Männchen längere Zeit über dem Kopf des Weibchens steht und dessen Nackenpartie durch fächelnde Bewegungen mit den Bauchflossen zur Paarung stimuliert. Von keiner anderen Art ist ein ähnliches Verhalten bekanntgeworden."


    Ist das wirklich so? Ich kann bei meinen Priapella olmecae ständig beobachten, wie das Männchen die Nackenregion eines Weibchens bestubst. Wenn Akzept, dann wird das oben beschriebende Verhalten eingeleitet. Wenn kein Akzept des Weibchens, dann schimmt es davon und das Verhalten wird dann leider im begrenzten Raum des Aquariums, unaufhörlich wieder vom Balzenden Männchen wiederholt. Das Weibchen kann dabei wirklich rasant schnell davonschwimmen, beinahe aggressiv. En voll ausgewachsenes Weibchen ist wirklich ein schwerer Brocken, falls an irgend ein Einrichtungsgegenstand oder Scheibe andonnert (habe sie nur >300 Litern gehalten, aber trotzdem).


    Hat jemand Ähnliches zu berichten?


    MfG
    Christina G


    Edit:
    Tolle Sprache: "Dessen Nackenpartie zur Paarung stimuliert"??? :lol:

  • Hallo Christina,


    das von STALLKNECHT beschriebene Verhalten kann ich an meinen A cultratus ebenfalls beobachten. Hier schwimmt das Männchen über das Weibchen und betupft den oberen Kopfbereich der Auserwählten durch abwechselnde Berührungen mit den Bauchflossenspitzen. Hält das Weibchen nicht stille, folgt das Männchen den Schwimmbewegungen des Weibchens synchron.
    Da sich bei meinen Tieren die Nackenpartie des Weibchens allerdings bislang noch nicht zur Paarung hat stimulieren lassen ;-), suchen meine Männchen schließlich den Weg um das Weibchen herum, um sich diesem nun von unten zu nähern. Sie stimulieren es im Bauchbereich durch sachte Schnauzenstüber, was den Weibchen in der Regel recht angenehm zu sein scheint. So ermutigt, setzen die Männchen nun zur Begattung an. Eine längere Kopulation habe ich nie beobachtet, meist schüttelt das Weibchen einen Verehrer nach zwei oder drei Begattungsversuchen durch einen kurzen Sprint über etwa fünf bis zehn Zentimeter Distanz ab. Ich nehme an, dass es sich hier ähnlich wie z.B. bei Guppys verhält: Kopulationsversuche sind häufig, echte Kopulationen (incl. „Verhaken“ und Spermienübergabe) allerdings wohl eher selten zu beobachten.


    Viele Grüße,
    Markus


    Nachtrag: Die Stimulation der Bauchpartie mit darauf folgendem Kopulationsversuch kann durchaus auch ohne vorherriges Betupfen des Kopfes stattfinden.

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