Micropoecilia picta (red)

  • Hallo zusammen,


    ich hatte schon im alten Forum einmal berichtet, das sich zwischen den Jungtieren meiner vor kurzem erworbenen M. picta Männchen befanden, die eindeutig P. wingei zuzuordnen sind. Ich habe umgehend alle diese Männchen umgesetzt - im Becken befinden sich jetzt nur noch die Alttiere, die eindeutig M. picta zuzuordnenden Jungmännchen und reichlich junge Weibchen, deren Artzugehörigkeit ich größtenteils nicht eindeutig klären kann. Ein paar der Weibchen zeigen ansatzweise eine schwache Rückflossenzeichnung, die denen der M.picta Männchen ähnelt - der Trächtigkeitsfleck ist bei einigen dieser Weibchen nur von hinten sichtbar (das soll ja ein Erkennungsmerkmal sein). Andere Weibchen zeigen weder die Rückenflossenzeichnung noch den eher kleinen Trächtigkeitsfleck. Wieder andere den kleinen Trächtigkeitsfleck, aber keine Rückenflossenzeichnung. Ein Großteil aller Weibchen aber zeigt einen leicht ins gelbliche oder ins rötliche spielenden Schimmer auf den Schuppen. Jetzt überlege ich, ob ich einfach nur weiterhin alle P. wingei zuzuordnenden Männchen entferne, die Weibchen aber alle im Becken lasse. Gehe ich dabei das Risiko einer unerwünschten Kreuzung ein? Bei meinen Suchen bin ich auf alle möglichen Behauptungen gestossen - von "die beiden Arten kreuzen überhaupt nicht" bis "die als M.picta (red) verkauften Tiere sind aus einer Kreuzung von P. reticulata, P. wingei und M. picta" entstanden". Belege konnte ich bisher für keine dieser Behauptungen finden. Kann mir jemand weiterhelfen?


    viele Grüße,
    Christian

  • Hallo!


    Stimmt es denn wirklich, das sich die Micropoecilia picta "red" so schlecht vermehren, bzw. kaum oder kein Nachwuchs zu bekommen ist?
    Das würde für mich als Laien zunächst auf eine Kreuzung mit verminderter oder gar völliger Unfruchtbarkeit (Darwin erwähnt verschieden Typen von Unfruchtbarkeit) hinweisen. Im Moment tauchen auf dem Markt immer mehr "rote" Endlertypen (viele vermuten Guppykreuzungen mit der DeckfarbeMagenta dahinter) auf. Daher stelle ich mal die Frage zur Diskussion, ob eine Verpaarung nicht sogar mit einem Guppy x Endler Hybriden näher in Betracht gezogen werden sollte.
    Als Quelle zum Nachlesen: ...im DGV Guppy Forum.


    Gruß
    Thorsten


    PS:Für alle die es noch nicht kennen: Darwins "Über die Entstehung der Arten" - Origin of the species. In Deutsch! http://www.textlog.de/darwin-entstehung.html

  • Da wurde sicher ein Endler-Weibchen unter die picta-Weibchen gemischt. Die beiden Weibchen sind ja nicht so einfach zu unterscheiden, aber die Merkmale sind gut angegeben. Eine Verkreuzung der beiden Arten ist nicht zu erwarten. Aufgrund der zahlreichen Importe zu moderaten Preisen sollte die Zucht nicht allzu schwer sein. HH

  • Ich kann nur nocheinmal betonen das eine Kreuzung zwischen Guppy auch wenn er P.wingei heissen soll undM.picta
    so ziemlich ausgeschlossen ist. P. wingei ist nichts anderes als ein ganz normaler Wildguppy.
    Micropoecilia-Arten waren jahrelang Problemfische! Ich habe mich aufgrund dessen und weil mir diese Fische sehr gur gefielen mit ihnen intensiv beschäftigt. Allerdigs waren Fische schlecht zu bekommen.
    So das meine Erfahrungen sich auf M.picta und M.branneri beschränken. Ich habe beide Arte zusätzlich
    mit Vitamin D3, wässrige Lösung gefüttert(erhältlich beim Tierarzt) und hatte Nachzucht.
    M.picta vemehrten sich wie Guppys. Ich habe aus Platzgründen diese Art dann abgegeben und mich M.branneri gewidmet die ich 5 Jahre lang nachziehen und auch abgegeben habe.
    Es gibt allerdings einen Pferdefuss.M.branneri reagierte manchmal mit Vergiftungserscheinungen auf die Vitamingaben.
    Bei M. minima funktionierte es mit den Vitaminen nicht. Bei M.picta gab es keine Nebenerscheinungen.
    So nun denkt mal nach:Die roten M.picta stammen aus Asien wo die Sonne ohne Ende auf die Teiche scheint.D3 wird unter Sonneneinstrahlung vom Organismus selbst gebildet.......
    Außerdem würde ich alle Micropoecilia -Arten als wärmeliebend bezeichnen.

  • Hallo Horst!


    Mich würde interessieren, welche Vergiftungserscheinungen du bei deinen Vitaminversuchen beobachten konntest! Bisher kenne ich nur Vitamin-C-überdosierungsprobleme.


    Schöne Grüsse,
    Christina G

  • Hallo zusammen,


    üblicherweise lassen sich die wasserlöslichen Vitamine kaum überdosieren, sie werden einfach ausgeschieden (o.k., wenn man sie grammweise ins Aquarienwasser gibt ...). Problematisch sind die fettlöslichen Vitamine A, D und E, die deponiert werden und dann Hypervitaminosen auslösen.


    Horst, mich würde interessieren, wie Du den Fischen das Vitamin D3 verabreichst hast. Du schreibst, Du hättest es als wässrige Lösung vorliegen gehabt, was für mich Fragen aufwirft:
    Wie bringt man ein fettlösliches und damit wasserunlösliches Vitamin dazu, sich in Wasser zu lösen?
    Wie bringt man es in den Fisch? Trockenfutter beträufeln? Gelangt es dann in den Fisch? In welcher Dosierung? Wieviel geht ins Wasser über?


    Vielleicht liegt das Geheimnis aber ganz woanders: Offenbar werden die Weibchen erst mit 8 Monaten geschlechtsreif, vieleicht kommen sie aber schon halb so alt in den Handel. Schaun mer mal...


    Gruß, Klaus

  • Hey Klaus!


    Die Fettlöslichen Vitamine lassen sich hervorragend tröpfchenweise auf Trockenfutter verabreichen. Habe ich vor langer zeit von Untergasser etz. abgeschaut. So kann man auch beispielsweise Abfürhmittel für Fische verabreichen. Weil die Fette/Öle in dieser Temperaturspanne flüssig sind, gibt es keine Probleme. Aber warten wir mal ab, was Horst dazu schreibt wie er das macht.


    Die Erklärung mit den Weibchen klingt plausibel.


    MfG
    Christina G

  • Hallo,
    Ich glaube Ihr macht Euch etwas zuviel Gedanken.
    Ich hatte mir damals D3 wässrige Lösung beim Tierarzt besorgt. Er sagte mir das dieses Präparat wasserlöslich gemacht worden wäre(???) und bei Hühnern über Trinkwasser veabreicht würde.Die Vitamine vermischte ich mit gefriergetrockneten Artemia und fütterte sie zweimal wöchentlich an die Micropoecilia picta und branneri.
    Beide Arten vermehrten sich sehr gut. Bei den M.branneri kam es zu den besagten Vergiftungserscheinungen die sich darin äußerten das die Fische urplötzlich sich windend im Becken umherschoßen und bald darauf eingingen.Wenn ich dazukam und den betreffenden Fisch in ein anderes Becken setzte erholten sie sich wieder.
    Ich habe über die Artemia auch handelsübliche Vitamine verfüttert was auch erfolgreich war.
    Versuche mit anderen Futtersorten als Träger liefen nicht allzu gut. Auch Versuche Lebertran oder Sonnenblumenöl die auch D3 enthalten zu verfüttern liefen nicht so gut.
    Zum Schluß noch eine Frage.Durch den Hinweis eines Freundes bin ich in Guppyfreunde Foren City auf eine sehr hübchen Fisch Namens Micropoecilia spec. orange red gestoßen. Weiß jemand was darüber?
    Viele Grüße Horst

  • Hallo zusammen!


    Zitat von "Horst"

    Bei den M.branneri kam es zu den besagten Vergiftungserscheinungen die sich darin äußerten das die Fische urplötzlich sich windend im Becken umherschoßen und bald darauf eingingen.Wenn ich dazukam und den betreffenden Fisch in ein anderes Becken setzte erholten sie sich wieder.


    Dann würde ich doch eher dazu neigen, nicht wasserlösliches Vitamin D zu nehmen, denn scheinbar erfolgte die Vergiftung über das Wasser (Aufnahme über Kiemen?), wenn das Umsetzen half. Fettlösliches sollte sich im Futer genügend lösen und auch weitgehend da bleiben.


    Gruß, Klaus

  • Vitamin D ist nie wasserlöslich, sondern immer nur fettlöslich. Es gibt allerdings zur Verabreichung Mikroemulsionen (so kriegt man die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K auch in Multivitaminsaft etc.), bei denen die Vitamine in feinsten Fetttröpfchen gelöst sind und so - wie Milch, auch eine Mikroemulsion - in Wasser verdünnt (nicht gelöst!) werden können.


    HH

  • Hallo,
    Ich kann nur sagen das dieses Vitamin sich wässrige Lösung nannte wie der Hersteller es fabriziert hat
    entzieht sich meiner Kenntnis.
    Diese Vergiftungserscheinungen waren auch nur bei M.branneri zu beobachten.
    Wir reden aber hier von den roten M.picta.
    Ich würde allen empfehlen die diese Fische erworben haben sich ein Vitaminpräparat in der Zoohandlung zu kaufen und es wie von mir schon beschrieben zu verabreichen.also über die gefriergetrockneten Artemia.Ganz wichtig ist es den Fische regelmäßig diese Vitamine zu verabreichen,ich habe sie zweimal in der Woch damit gefüttert!!!
    Wem evtl. bei seinen M.picta Guppyweibchen mit verkauft wurden der sollte sich die Fische sehr genau anschauen. Wenn man ganz genau hinschaut kann man Guppyweibchen und M.picta-Weibchen voneinander unterscheiden.Denn die Rückenflosse setzt bei Micropoecilia etwas weiter hinten an wärend sie bei Guppys fast auf einer Linie mit der Afterflosse ansetzt.Man kann es auch am Balzverhalten erkennen. Bei M.picta ist es ein ganz typisches Verhalten das das Männchen das Weibchen vor der Kopulation in die Afterregion stupst und das Weibchen dann meistens stehenbleibt und das Männchen kopulieren lässt. Wärend Guppyweibchen einfach weiterschwimmem.
    Ich würde auch jedem abraten beide Arten in einem Becken zu halten da sie von ihrer Lebensweise doch stark konkurieren und diese Konkurenz meist zu Lasten der Micropoecilia geht.Außerdem ist es sehr schwer aufgekommene Jungfische zuzuordnen.
    Ich wüsche allen die sich mit diesem doch sehr schönen Fischen beschäftigen viel Erfolg.
    Viele Grüße und guten Rutsch
    Horst

  • Hallo Zusammen!


    Da ich keinen neuen Thread eröffnen wollte klinke ich mich mal hier mit ein. Ich besitze Micropoecilia picta red" und wollte mehr über diese Art erfahren. Im Internet habe ich mehrere Seiten durchforstet und bin immer wieder auf die Behauptung gestoßen, dass es sich bei m.picta red um einen Hybriden handeln soll.


    Besonders wird auf folgenden drei Seiten das Thema behandelt:http://www.forumnanoaquaristik.de/index.php?page=Thread&threadID=902&pageNo=1


    Hier sagt Günter (von Ihm und Matthias Mahnken sollen alle gezüchteten "micros" stammen) dass m. picta red ein Hybrid ist und zwar eine Kreuzung aus allen drei Picta-Stämmen + roten Endler + rote Rundschwanz-Guppys bzw. eine Kreuzung aus 3 Picta-Stämme + etwas "anderes". Seine These untermauert er noch mit diversen Argumenten zum Verhalten der Fische.


    Ich denke bei Günter handelt es sich auch um "unseren" Günter hier, da er sich dort auch richie nennt ;)


    Zudem soll es 2 Varianten des m. picta red geben:
    1. Der HH-Thai-picta, weil er das erste Mal über Hamburg verteilt wurde. Wahrscheinlicher Importeur Aq. Dietzenbach. Es gibt hierbei grünliche und goldige Weibchen. Goldige nehmen, dann bleibt den Männern das ORANGE erhalten. Es gibt bis zu 25 Junge.
    2. Dann gibt es noch den FFM-Thai-picta (über Fa. Glaser, deshalb FFM), der dem Original Speyside-picta (Trinidad & Tobago) sehr ähnelt. Kräftiges dunkles ROT am Körper und weiß in der Rückenflosse (wurde auch erst als Singapur-picta bezeichnet).
    Beides Hybriden !


    Am Besten liest man sich die 3 Seiten selbst durch, da ich hier nicht einzelne Passagen zitieren und vielleicht dadurch etwas aus dem Zusammenhang ziehen möchte!!!


    Meine Fragen:


    1. Ist der Micropoecilia picta red nun eine reine Zuchtform, eine natürliche Wildform oder eine selektierte Wildform?
    2. Wenn er eine Zuchtform ist, was wurde hier gekreuzt?
    2. Ist der Micropoecilia picta red ein Hybrid?
    3. Wenn Micropoecilia picta red ein Hybrid ist, dann welche Kreuzung?
    4. Kann man wissenschaftlich beweisen, ob der Micropoecilia picta red ein Hybrid ist oder nicht (z.B. Untersuchung an der Universität Würzburg)?
    5. Sind die o.g. HH-Thai-picta und FFM-Thai-picta nun unterschiedliche Kreuzungen oder wurde der selbe Stamm nur von verschiedenen Händlern importiert?
    6. Sind die folgenden Stämme nun als Wildformen oder Zuchtformen anzusehen (Wo fängt eine Zuchtform an und wo hört eine Wildform auf?)


    •"goldene" Picta (Otto-Böhm-Stamm)
    •"black" Picta, die "Schwarzen"
    •"grüne" Picta
    •"graue" Picta
    •Tucipita-Stamm
    •Surinam-Stamm



    Meine Männchen sehen übrigens wie diese aus (beide Varianten der Schwanzflosse) aber alle Weibchen haben den "Picta-Fleck" mit Ausnahme eines Weibchens welches dafür aber rot-anteile hat wie das M. picta "Surinam rot"-Weibchen in der aktuellen DGLZ-Rundschau Nr. 3 Seite 81 http://www.klausdeleuw.de/Fische/Micropoecilia-picta.html


    Vielen Dank für die Antworten


    Dennis

  • Ich habe in Surinam selbst rote picta (wenige unter vielen gelben) gefangen. Außerdem gibt es bis heute keinen Beleg, dass Guppys und picta kreuzen. Ich wäre sehr daran interessiert, wenn es jemand versucht hat. Es sieht aber m.A. so aus, dass hier nur spekuliert wird. Bevor man alles zu Hybriden erklärt, sollte es Belege geben. Außerdem müssten dann die Stammformen ausmendeln - eine reinerbige Zuchtform aus picta und Guppy dürfte sehr viel züchterische Arbeit verlangen, wenn es denn überhaupt klappt.


    HH

  • Nun, ich hatte es auch so aus der aktuellen DGLZ-Rundschau herausgelesen, dass der m.picta red ansich eine Wildform ist.


    Ich vermute, dass die roten Männchen gezielt weitergezüchtet wurden und da die Fische ja wohl gewissen Farbvariationen unterworfen sind, hat sich eben der picta red (wie von den Fotos) herauskristallisiert. Also eigentlich nur eine Selektion der Wildform.


    Ist der picta red nun eine selektierte Wildform oder sahen die Fische die Du gefangen hast, Harro, anders aus und es ist von einer Kreuzung von verschiedenen Pictas auszugehen?


    Gruß Dennis

  • Hallo,


    sorry fürs Off Topic.

    Zitat

    ich hatte es auch so aus der aktuellen DGLZ-Rundschau herausgelesen,


    Ähm, wann ist die denn angekommen?
    Hier ist sie nämlich noch nicht eingetroffen. :cry:


    Also nach allem was ich bis jetzt gehört und gelesen habe,
    haben die Thailänder verschiedene Pictastämme gemixt
    und auf Farbe rot selektiert.
    Bei einigen Leuten denen die Vermehrung der roten Pictas gelungen ist,
    sind auch "schwarze" und "graue" Männchen gefallen.


    Grüße


    Elke

  • Die aktuelle DGLZ-Rundschau wurde an anwesenden Mitglieder in Diemelsee ausgegeben (Porto sparen ;) ). Ich gehe davon aus, dass die restlichen Exemplare nun bald auf dem Postweg ihren Besitzern zugehen :)


    Ich bin ja dann mal gespannt, was bei meinen roten Pictas alles rauskommt. Aber vielleicht auch nur rote, da Harro ja auch rote Wildformen gefangen hat.

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