agonistisches Verhalten bei Junghalbschnaeblern

  • Hallo Halbschnabelhechtlings-Experten! Meine vier Junghalbschnaebler (geboren am 31. Mai) leben staendig im Zwist, mit Flossenschlagen und sogar Beissereien. Sind das etwa alles Maennchen? Waere schade! Jetzt warte ich auf weiteren Nachwuchs, vom gleichen Muttertier (ohne ein anwesendes Maennchen!). - Ich habe gerade diesem Halbschnaebler-Weibchen einen leckeren, gruenen Grashupfer aus dem Garten gegeben. Dachte erst: "Nee, der ist doch etwas zu gross!" Pustekuchen! In Sekundenschnelle war der geschluckt - nur das Ende eines Beins ragte noch aus dem Maul! Man kann sich wirklich manchmal nur wundern! Und man hat natuerlich auch seinen Spass an so einem Fisch! Und wann kommt der naechste Nachwuchs? Eine Frage, die "die Wissenschaft" interessiert! :lol: Zephyr gruesst das Forum!

  • Hi - "forum-participants"! Wollte eine Ergaenzung zu Halbschnaebler-Nachzuchten anbringen: Jetzt 11 Neugezborene vom selben Muttertier - zwei Tage alt - sehe, sie stehen in einer Ecke eines separaten 40-cm-Aufzucht-Beckens ohne jede Agressivitaet! Ist sonderbar! Oder, entwickelt sich aggressives Verhalten erst nach einer gewissen Zeit? Oder zeigen Geschwister verschiedener Wuerfe unterschiedliches Verhalten? - Lese momentan in den Tagebuechern von Darwin (Charles Darwin, "Sind Affen Rechtshaender?" - Friedenauer Presse Berlin - 1998). Hier, bei Darwin, zwar noch nichts ueber Fische gelesen, aber die Lektuere ist "ansteckend", dumme Fragen zu stellen und sich selbst Notizen zu machen! Zephyr

  • Hallo Halbschnaeblerinteressenten! Ich sehe es gibt ca. 111 Interessenten fuer "Zephyrs Halbschnaebler Beobachtungen" - so I go on. Meine 11 Jungfische sind nun 6 Tage alt - fuettere fast taeglich Artemia mit einer neu gekauften Sanders-Buechse, from the Great Salt Lake - doch heute zerbroeselte Tetra-Flocken. Meine Fische schwimmen vorwiegend in Bodennaehe, gegen die Wasserstroemung, verursacht von einem Eheim 100 Luefter, auf kleinste Staerke eingestellt - scheint den Fischen zu gefallen - denn sie sausen oft in hoehere Wasserregionen und verfolgen sich gegenseitig, wie man oft die Schwalben sieht, die sich gegenseitig necken. Ist kaum als Aggression zu nennen und nett anzuschauen. Okay, Konrad Lorenz hat ja sein "Das sogenannte Boese" - 1963 erstmals erschienen - und ich gehoere nicht zu den Lorenz-Kritikern. Ob die "sogenannte Boeswilligkeit" = agonistisches Verhalten sich im spaeteren Alter noch entwickelt? Das Muttertier hat die carnivore Physiognomie eines Tyrannosaurus ... hab es trotzdem lieb gewonnen und fuettere staendig Fliegen und kleine Heuhupfer aus dem Garten ... Sehe bei Google einen interessanten Buchtitel "Ichthyotheologie - Versuch, die Menschen aus der Betrachtung der Fische zur Ehrfurcht vor der Natur zu fuehren", von Johann, Gottfried, Ohnefalsch Richter, 1754 erschienen - bei Amazon fuer 48 Euros als Nachdruck scheinbar zu erhalten! 900 Seiten - kaufe ich lieber nicht, denn die deutsche Sprache von 1750 ist fuer uns Heutige schwer verstaendlich - trotzdem - interessant zu Wissen, das es sowas wie Ichthyotheologie - eine Art "vorwissenschaftliche Fischkunde" - gibt! Ich betrachte meine Fische mit den Augen der modernen Zeit! Es gruesst Zephyr an einem etwas verregneten Sonntag ;) Nachtrag Di. 8. Juli: Gebe um 10.oo Uhr Artemia - an die elf Jungfische vom 1. 7. und an die 4 vom 31. 5. - Artemia wird sofort gefressen - bei zerbroeselten Flocken bin ich da nicht so sicher. Aber - sollte beide "Populationen" zusammensetzen" - hab 'n 70-cm-Becken parat. Ob das gut geht? Na und ... denke schon weiter an den August ... da wird's wieder neue Jungfische geben ... und immer von dem gleichen Muttertier! Keine Ahnung wie das ist, eine "Fisch-Population", wo alle Individuen von einem Muttertier abstammen. - :o

  • Hi Forum-Fans (FF)! Ich sehe, die Statistik sagt hier, 142 Zugriffe auf das Thema "agonistisches Verhalten bei Halbschnaeblern". Ein Aufsatz unter Mitarbeit von H. Greven hat ja das agonistische Verhalten der Maennchen von Dermogenys ebrardtii dokumntiert (in "Verhalten der Aquarienfische"), das war Ende der 90-iger Jahre - jetzt ist der Fisch dem "genus" Nomorhamphus zugeordnet und ich bin der Meinung, weibliche Tiere der Art sind ebenso streitsuechtig wie ihre Maennlichen Artgenossen. Und nun, meine Jungfische vom 1. 7. 2014 entwickeln jetzt mit dem Alter von 15 Tagen ebenfalls die Charktereigenschaften der Eltern. Ich habe die 11 Jungfische umgesetzt in ein Aquarium mit 72 cm Kantenlaenge - die Fische haben mittlerweile an Groesse zugelegt, von ca. 1,8 cm bei der Geburt auf nun ca. 2,8 cm - gemessen mit Messband an der Aquarienscheibe - eine gewiss unwissenschaftliche Messung.
    Beim Muttertier, knapp 10 cm Gesamtlaenge, warte ich jetzt auf einen dritten Wurf Jungfische, ohne dass ein Maennchen mit im Becken ist. Im Zusammenhang mit meinen Holbrook-Gambusen las ich "After copulation, sperm can be stored for lifetime." Das ist ein Zitat aus dem Jahre 1999 (Simon). Gilt dieser Satz 2014 auch fuer den Halbschnaebler N. ebrardtii? Lese auch "Interbrood interval is the number of days between successive parturation events" - ist beim Halbschnaebler N. ebrardtii das "event" wieder nach dreissig Tagen? Allerdings - so absolut sicher bin ich mir nicht, dass meine Fische der Art N. ebrardtii angehoeren. Spielt das nun eine so entscheidende Rolle? - Es ist ja ein Freizeitspass, die Aquaristik. Man erhaelt Einblicke in biologische Vorgaenge - und last but not least - man lernt auch die englische Sprache mit den zu pflegenden Fischen. - "Life is life!" - Are you ready for the party? - Zephyr gruesst Germany, zwei Tage nach der Weltmeisterschaft (im Fussball!). Der Alltag hat uns wieder. :lol:

  • Hi Fisch-Fans! - 192 Zugriffe zu "agonistisches Verhalten"? Eine breite Leserschaft! Also, ich weiche mal vom Thema ab: Lebende Organismen sind keine Maschinen! Mein Halbschnabel-Mutterfisch macht mir Sorgen - nach Fuetterung mit sog. "Goldfliegen" (lat. Artbezeichnung Lucilia sericata) aus dem Garten, verweigert ploetzlich der Fisch Insektennahrung - er frisst nur noch zoegerlich Tetraflocken - Fliegen guckt er sich aus der Naehe an und dreht dann ab! Hatte allerdings jetzt nachtraeglich in's Aquarium auch paar Steine rein, zur Dekoration - dunkelgraues Bruchgestein, abgestaubt von einer staedtischen Gartenanlage. - Die paar Steine, was soll's! - Ich dachte Basalt ... ist's aber genau besehen nicht, mit Brille erkennt man eine feine Schichtung! Also ein Sedimentgestein! Frage mich jetzt, sind's die Steine oder die Goldfliegen, die dem Fisch auf den Magen gingen? Ich glaube aber gelesen zu haben, diese Fische haben gar keinen Magen, ist' s moeglich? - Also Steine raus - Goldfliegen gibt's momentan eh nicht mehr. Aber nur Tetraflocken jetzt? Da wird der Fisch kein drittes Mal Junge absetzen! Immerhin, ich habe ja 15 Junge, die bekommen immer noch jeden zweiten Tag Artemianauplien ... sind ca. 3 cm gross, Geschlechtsunterschiede vage erkennbar ... koennten fast alles Weibchen sein! Aber nein! Glaube ich nun doch nicht. Abwarten - nicht ungeduldig werden! Doch der Altfisch macht mir Sorgen ... scheint aber abgesehen von seiner Fressunlust ganz munter zu sein. Hat immer noch die gefaehrliche Physiognomie des Tyrannosaurus, grosse Augen, grosses Maul ...sollte carnivor sein, und frisst jetzt Flocken? Passt doch nicht! Es gruesst Freunde und Kritiker! Zephyr --- Nachtrag und Korrektur um 14 Uhr: Sonne und Fliegen zur Auswahl auf dem Gartenweg: Der "Tyrannosaurus" hatte nur eine voruebergehende Krise und kehrt zu seinen carnivoren Gewohnheiten zurueck. Frisst wieder Fliegen, aber ich meide die Goldfliegen - es ist nicht immer Gold was glaenzt. Ich schnappe mir also die echten Fliegen, die sind schwarz, gehoeren in die Familie der Muscidae - daher Musca domestica, die Stubenfliege. Wieso die Goldfliege keine echte Fliege ist, da werde ich auch noch dahinter kommen. Die Systematik der Fliegen ist mindestens so schwierig, wie die der ostasiatischen Halbschnaebler! - "Z"

  • Okay - um die Story der Halbschnaeblernachzucht abzuschliessen - ich setze die Jungfische um in ein groesseres Aquarium - eigentlich nicht primaer wegen ihres agonistischen Verhaltens, sondern weil ich denke, in einem groesseren Becken erreichen die Fische eher ihre natuerliche Groesse - ich will ja schliesslich keine "Bonsai-Halbschnaebler" herauszuechten. Habe allerdings kaum je was gelesen ueber den Zusammenhang von Wachstum der Fische und Beckengroesse ... Aber rein intuitiv, ohne hochwissenschaftliche Literatur zu Rate zu ziehen (welche waere es denn?), sage ich mir, ein Koi-Fisch in 'ner Goldfisch-Bowle mit zehn Litern Wasser - aus dem kann nix werden, selbst bei liebevoller Fuetterung ... so wird' s auch bei Halbschnaeblern sein .... Ciao! gruesst Zephyr ---- Ein Nachtrag: Also das muss ich noch bringen - heute Regenwetter - kein Fliegenwetter und eh nix los. Geh also erst nachmittags ans Aquarium zu meinem "Tyrannosaurus rex" mit den grossen Augen und dem grossen Maul, der ja auf krank gemimt hat .... Ich glaub, ich seh nicht recht! .... wieder Jungfische! Sehe nur drei und die schwimmen schon prima ... Die sollten heute frueh gekommen sein! Eben, eben! Meine Halbschnaeblerstory geht weiter! Und schuld ist der Fisch! Der dritte Wurf von Jungfischen nach nun 29 Tagen (= interbrood interval, fuer die Statistik!). Frage ist, wie hole ich die Jungfische raus? ... denn im grossen Becken kann ich sie schlecht fuettern. Netz oder Kochloeffel? Ein grosser Kochloeffel geht manchmal besser, wenn man sich von unten dem Fisch naehert ... keine Verletzungsgefahr! Hole sieben mit dem Netz, zunaechst in einen Plastiktopf. - Also: Drei Wuerfe von einem Fisch, der ohne maennliche Begleitung gehalten wurde .... Eine Geschichte ohne Ende? - Ich las bei E. O. Wilson (Sociobiology), eine gewisse Elaine Morgan kritisiert die alte Mythe vom "Tarzianismus". Mein Halbschnaebler beweist es: Es geht auch ohne Mann! Es gruesst alle Guppy-, Limia- und Halbschnabel-Freunde: "Z" wie Zephyr

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